Wozu „Gründüngen“?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuf abgeernteten, freien Beeten säten wir in letzter Zeit laufend Gründüngungen. Und da Gründüngungen in der biologischen Landwirtschaft etwas wirklich Wichtiges für die Bodenfruchtbarkeit sind, erzählen wir euch heute was darüber.

„Gründüngen“ heißt in unserem Fall, dass wir einfach dort, wo gerade kein Gemüse wächst, andere Pflanzenarten anbauen. Diese anderen Pflanzen, wie z.B. Kleearten, Wicken, Hafer, Winterstaudenroggen, Senf, Phacelia, Buchweizen, Sonnenblume, Malve, Dill, usw., „helfen uns den Boden zu pflegen“, indem sie:

  • die Wucht des Aufpralles der Regentropfen mindern. Außerdem befestigt die Pflanzendecke und schützt dadurch kahle Flächen vor Erosion, Nährstoffauswaschung, Verschlämmen und Verkrusten.
  • das Bodenleben aktivieren. Bodentiere wie der Regenwurm, die Assel und sämtliche Mikroorganismen fressen abgestorbene, angerottete Pflanzenteile der Gründüngung und schaffen mit ihren Ausscheidungen fruchtbaren Boden und eine stabile Bodenstruktur.
  • mit ihren Wurzeln den Boden tiefgründig lockern und den wertvollen Humusanteil erhöhen. So kann der Boden mehr Wasser speichern und wird besser durchlüftet. Einige Pflanzen sind sogar in der Lage, Bodenverdichtungen aufzubrechen.
  • Nektar und Blütenstaub für viele Insekten bieten, wenn man die Pflanzen bis zur Blüte stehen lässt (wie z.B. in unserem Blühstreifen).
  • den Boden beschatten, vor allzu großer Verdunstung schützen und für ein ausgeglichenes Bodenklima sorgen.
  • den Boden natürlich düngen: Leguminosen (wie z.B. Klee, Wicken, Lupinen) reichern den Boden über ihre Knöllchenbakterien in den Wurzeln mit Stickstoff an.
  • unerwünschte Unkräuter unterdrücken.

Das hört sich jetzt alles superduper an, und das ist es auch, aber dann kommen oft in der Praxis ganz unerwartete Herausforderungen daher: Zur Zeit sind das sehr herausfordernde Schnecken, die die meisten frisch gesäten Gründüngungen einfach köstlich finden und ziemlich ratzeputz verspeisen… Aber ja, wir versuchen’s weiterhin.

Wir säen übrigens auch Gründüngungen auf Bracheflächen über eine ganze Saison, um die Fruchtfolge aufzulockern und den Boden wieder optimal „fit“ zu bekommen für die nächste Gemüsesaison.

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