Unkraut politisch korrekt

Also Juni ist ja der Unkrautmonat schlechthin. Kaum haben wir uns an einem Ende des Gemüsefeldes den Urwalddschungel beseitigt, sprießt´s am anderen Ende schon wieder frisch und munter vor sich hin.

Heute nenn‘ ich euch mal unsere Hauptunkräuter, also die Hauptkonkurrenten eures Gemüses beim Namen, frei nach dem Motto „Man muss seine Feinde kennen.“:

Es beginnt gleich sobald der Schnee weg ist mit sämtlichen Grasbüscheln, die im Herbst irgendwie den Grubber und die Winterbegrünung überlebt haben. Geht dann schnell weiter mit massenhaft Taubnessel, weiteren Ungräsern, Franzosenkraut, Amaranth, Gänsefuß (Melde), Knöteriche (Vogel-, Floh-, Ampfer-), Kleb-Labkraut und Echter Kamille. Alles wahre Kraftlackeln, die unser geliebtes Gemüse im Nu überwachsen. Haben wir erst einmal irgendwann Ende Juni die ersten paar Generationen Unkraut im Griff, verdirbt uns die Hühnerhirse einen unkrauttechnisch relativ ruhigen Sommer, keimt bei jedem Wetter bis in den August hinein und wächst rapide zu Monsterpflanzen heran, die schwer auszureißen sind und Unmengen an Samen produzieren.

Manche Leute sagen ja, politisch korrekt darf man nicht „Unkraut“, sondern man muss „Beikraut“ sagen. Aber den Namen Beikraut verdienen unserer Meinung nach nur ein paar schwächliche, kaum störende Pflanzerl wie Ehrenpreis, Vergissmeinnicht, Hirtentäschel und Acker-Stiefmütterchen. (Letzteres ist mein Lieblingsunkraut (falls man sowas als Bäuerin überhaupt haben kann…), da es kaum stört, sich ganz leicht samt Wurzel ausreißen lässt und noch dazu ganz niedliche Blüten hat.) Selbst die flache, kleinblättrige Vogelmiere passt besser in die Kategorie Unkraut.

Und dann gibt es noch die sogenannten Wurzelunkräuter, die uns so manche Aggression hervorlocken, da sie einfach sehr sehr sehr hartnäckig und eigentlich nicht auszurotten sind: Acker-Kratzdistel, Quecke („Weißwurzn“) und Ackerwinde. Ampfer könnte auch sehr lästig werden, wir haben aber nur zählbare Exemplare.

Aber seien wir mal nicht so: Ohne unsere Unkrautkolonie würd‘ uns im Juni ja so furchtbar langweilig werden…

 

 

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